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sonntags, 18.00 - 19.00 Uhr

.. 22.08.2004 “Geburtstagsseiten - 496 Jahre Autorenpower”

„George Sand & Frederic Chopin - Mallorca, die Alptrauminsel“
Ensemble Cantofun, Audiobuch Verlag, 2 CDs, 19.90 €
 
1838. Frederic Chopin reist mit seiner neuen Liebe George Sand und deren Kindern auf die Insel Mallorca. Das milde Klima soll rheumatische Beschwerden bei einem der Kinder lindern, und bei Chopin für Erholung sorgen. Doch die Flucht vor dem Pariser Winter misslingt, das einfache Leben hält allerlei Tücken für den Pianisten und die Schriftstellerin bereit. Im Juli jährte sich Sands Geburtstag zum 200. Mal. Im Audio-Buch-Verlag erschien jetzt die Doppel-CD „Mallorca, die Alptrauminsel“. Mit Textcollagen und Klaviermusik hat Markus Haas darauf die beiden Ausdrucksebenen des Künsterpaares zusammengeführt
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INTERVIEW

Sendung von 22. 08.2004

Sprecherin: 1838. Frederic Chopin reist mit seiner neuen Liebe George Sand und deren Kindern auf die Insel Mallorca. Das milde Klima soll rheumatische Beschwerden bei einem der Kinder lindern, und bei Chopin für Erholung sorgen. Doch die Flucht vor dem Pariser Winter misslingt, das einfache Leben hält allerlei Tücken für den Pianisten und die Schriftstellerin bereit.

Einspielung Klaviermusik Chopin

„Sand: (Adelheid Kleineidam) Wehe dem der in Spanien nicht mit allem zufrieden ist. Man braucht nur die Mine ein bisschen zu verziehen, wenn man Ungeziefer im Bett oder einen Skorpion in der Suppe findet, und schon zieht man sich die tiefste Verachtung zu und bringt alle Welt gegen sich auf.“

Sprecherin: Im Juli jährte sich Sands Geburtstag zum 200. Mal. Im Audiobuch-Verlag erschien jetzt die Doppel-CD „Mallorca, die Alptrauminsel“. Mit Textcollagen und Klaviermusik hat Markus Haas darauf die beiden Ausdrucksebenen des Künstlerpaares zusammengeführt. Markus Haas jetzt live auf Radio Eins.

 Marion Brasch:    Guten Abend Markus Haas.

 Markus Haas:      Guten Abend.

Marion Brasch: George Sand gilt ja, oder galt als eine der produktivsten aber auch provokantesten und umstrittensten Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Sie hat Männerklamotten getragen, sie hat geraucht, sie hat sich politisch unbeliebt gemacht. Also man hat sie entweder abgöttisch geliebt oder aber leidenschaftlich gehasst, was haben Sie für einen Eindruck von dieser Frau?

Markus Haas: Sie hat sich biografisch entwickelt, diese männliche Gestalt der George Sand. Die GroĂźmutter hat sie nach dem Tod ihres Vaters aufgezogen und sie dann mit „mein Sohn angesprochen“ oder mit „Maurice“ dem Namen ihres Vaters, also da sieht man schon, dass es etwas verquer gelaufen ist. Und sie hat sich, glaube ich, sehr stark in eine Distanz hineingelebt, und es war natĂĽrlich ihr Mittel -, männlich zu sein, und  damit gegen die Gesellschaft zu rebellieren.

Marion Brasch: Manche haben sie auch schon als Kommunistin bezeichnet, sind ja sehr weit gegangen in ihren Bewertungen. – Nun hat sie mit Frédéric Chopin 9 Jahre ihres Lebens geteilt. Wie würden Sie diese Beziehung beschreiben? Also man erfährt ja auch so einiges aus der CD, was das so für eine Beziehung war. War schon sehr speziell? Oder?

Markus Haas: Es ist sehr spannend, weil es natürlich eine Beziehung zwischen einer „männlichen“ Frau und einem „weiblichen“ Mann war, das kann man einfach mal so in den Raum stellen, und diese Gegensätze sind natürlich ganz interessant anzusehen. Ich denke, man könnte sogar sagen, sie war sehr mütterlich zu Chopin, ganz entgegen diesem Bild, dass von ihr aufgestellt worden ist, dass sie nur diese „männliche, taffe“ Frau war, hatte sie eben solche Muttergefühle, diesem weiblichen Mann gegenüber, den sie „gehätschelt und getätschelt“ hat. Sehr subtil ist sie mit ihm umgegangen, hat ihn betreut und hat auch vor allen Dingen sein Genie als Künstler ganz stark befördert und ihm in verschiedenster Weise geholfen.

Marion Brasch: Nun sind die beiden voller Hoffnung nach Mallorca gereist-, aber diese Hoffnung wurde leider sehr ad absurdum geführt und grenzenlos enttäuscht, warum?

Markus Haas: Ja, es gab die Idee aus der Großstadt zu entfliehen, sich diesen ganzen Zwängen zu entledigen, was natürlich auf eine Art auch geklappt hat. Sie schrieb dann, dass sie in Pantoffeln über die Insel „gelatscht“ wäre, wörtlich hat sie das so gesagt. Sie konnte sich durch diese Flucht der feinen Gesellschaft entziehen, und der Konvention. Auch Chopin schreibt das, er hatte keine weißen Handschuhe mehr an und er war unfrisiert und wahrscheinlich auch unrasiert. -

Aber natĂĽrlich war das nicht so wie wir das heute kennen, - Mallorca, eine Touristeninsel . - Die Insel war eigentlich noch gar nicht erschlossen, und das Problem war, erstmal eine Unterkunft zu finden, bis sie  dann in dieser Kartause von Valldemosa angekommen sind, wo sie auch einen groĂźen Teil der Zeit  verbracht haben.

Marion Brasch: Sie haben das nun verarbeitet. Sie haben die Musik Chopins mit den Texten, also zum Teil auch Briefe von Chopin, mit den Texten von George Sand zusammengebracht, warum? Also es muss ja so ein Aha-Erlebnis gegeben haben, um zu sagen, dass ist faszinierend, genau das will ich jetzt tun. Sie haben das ja auch schon mit Clara Schumann gemacht.

Markus Haas: Ja, wir haben auch schon ein Hörspiel über Clara und Robert Schumann gemacht. –

Interessant ist einfach die ZusammenfĂĽhrung verschiedener Ebenen, der literarischen oder auch biografischen Ebene mit der Musik. Man muss davon ausgehen, dass wenn Chopin auf Mallorca „PrĂ©ludes“ schreibt, dass er von den EindrĂĽcken die dort auf ihn stĂĽrzten, so beeindruckt war, dass er damit was gemacht hat. - Also er konnte sich dem nicht einfach entziehen und wunderschöne Musik schreiben, ohne dass es dazu VerknĂĽpfungen gibt, Das ist es auch was die Zuhörer letztendlich immer bestätigen, dass sie durch bildhafte Assoziationen zur Musik einen viel größeren Zugang bekommen, und das ist natĂĽrlich mir als Musiker  wichtig, dass ĂĽberhaupt Menschen an diese Musik herangefĂĽhrt werden.

Marion Brasch: Jetzt werden es noch ein paar mehr sein, also Sie können eintauchen in diesen Alptraum, in Anführungsstrichen, diese Reise nach Mallorca. - Markus Haas, er schuf zusammen mit dem Ensemble Cantofun das musikalisch-literarische Hörspiel „Mallorca, die Alptrauminsel“, mit Texten von George Sand, und Briefen und Liedern von Frédéric Chopin und natürlich den Préludes. Erschienen ist die Doppel-CD im Audiobuch-Verlag, - kostet Euro 19,90 -, und wir verlosen zwei Exemplare, wenn sie uns eine Frage beantworten können.

George Sand war ja der männliche KĂĽnstlername der Schriftstellerin, wir wollen ihren bĂĽrgerlichen Namen wissen. Der ist ein bisschen länger, aber wenn sie Internet haben, geht das auch schnell wenn sie´s nicht im Kopf wissen. 0331...... Vielen Dank Markus Haas.  .